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Das Biosphärengebiet nimmt Gestalt an
Erste konkrete Aktionen auf der Schwäbischen Alb – Informationszentrum in Münsingen wird eröffnet

Münsingen. Ausgedehnte Hangbuchenwälder und Streuobstwiesen an den Steilhängen und im Vorland, vielfältige Heckenlandschaften und Wacholderheiden auf der Hochfläche – das kennzeichnet das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Auf 85.000 Hektar erstreckt sich eine historisch gewachsene und traditionelle Kulturlandschaft, die ihresgleichen sucht. Nirgendwo sonst in Baden-Württemberg findet sich eine solche Vielzahl an Lebensräumen, seltenen Tieren und Pflanzen sowie kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Aus diesem Grund wurde das Gebiet 2009 von der UNESCO als Biosphärenreservat mit internationaler Bedeutung anerkannt und steht damit auf einer Stufe mit weltberühmten Gegenden wie die Camargue, die Serengeti oder der Yellowstone Nationalpark.

Die Fläche reicht von Weilheim/Teck im Norden mit seinen Weinbergen an der Limburg bis Zwiefalten mit seiner reizvollen Barockkirche im Süden und von Schelklingen mit dem romantischen Schmiechtal im Osten und der Stadt Reutlingen mit seiner mittelalterlichen Innenstadt im Westen.

Wie vielseitig und bedeutend die Natur- und Kulturschätze des Biosphärengebiets sind, darüber informiert das neue Biosphärenzentrum mit einer interaktiven Ausstellung, das im September 2010 auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne „Altes Lager“ in Münsingen-Auingen eröffnet wird. Die Bandbreite reicht von überlieferten Bewirtschaftungsformen wie Wanderschäferei, Anbau von Dinkel und Alblinsen oder das „schwäbische Urviech“ Albbüffel; weiter über die zahlreichen Burgen, Schlösser und Ruinen bis zum ältesten staatlichen Gestüt Deutschlands in Marbach und zum ausgeschilderten Dorfrundgang auf den Spuren des einstmals blühenden jüdischen Lebens in Buttenhausen. Und natürlich bietet sich die Region auch als vielseitiges Ziel für Wanderer und Radfahrer an, die eindrucksvolle Natur und Zeugnisse der kulturellen Entwicklung erleben wollen.

Aktuelle Aktivitäten im Biosphärengebiet

Natura-Trails. Nachdem 2009 im Bereich Dettingen an der Erms, Metzingen und Neuffen so genannte Natura-Trails für eine natur- und umweltverträgliche Freizeitnutzung festgelegt und mit Broschüren beworben wurden, plant eine Arbeitsgruppe der Naturfreunde Württemberg weitere Tourenvorschläge zwischen Dettingen an der Erms, Eningen unter Achalm und dem Rutschenfels (Rohrauer Hütte) auf Gemarkung St. Johann.

Biosphärenwirte und –hotels. Nach längeren Vorplanungen hat sich ein Verbund von Biosphärenwirten und -hotels gegründet, dem bisher 21 Betriebe beigetreten sind. Neben organisatorischen Fragen und der Entwicklung von Marketingstrategien und entsprechendem Werbematerial sind vor allem bindende Qualitätskriterien wie „Servicequalität Deutschland“, regionale Produkte aus dem Biosphärengebiet auf Basis „Schmeck den Süden“ und ähnliches Grundlage des Verbandes. Für 2011 ist eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Genießen an besonderen Orten“ geplant.

Besinnungsweg Ehinger Alb. Verschiedene Ortsteile der Ehinger Alb sollen mit einem neuen Wanderweg zu den Themen Besinnung, Einkehr und Volksfrömmigkeit verbunden werden, der als Premium-Wanderweg nach den Kriterien „Wanderbares Deutschland“ zertifiziert werden soll. Noch 2010 werden einzelne Bausteine des etwa 100 Kilometer langen neuen Weges beschildert.

Themenstraße Streuobstwiesen. Nach dem Vorbild des „Mostviertels“ in Österreich soll eine neuartige Themenstraße Streuobstwiesen eingerichtet werden. Aber nicht als Route im klassischen Sinn, sondern man will die Streuobstbestände zwischen Albtrauf und Neckartal, eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas, als touristisches Leitprojekt im Biosphärengebiet mit Erlebnisangeboten verschiedenster Art herausstellen.

Besucherlenkungskonzept.
Auf Grundlage der 2009 entwickelten Besucherlenkungskonzeption für das Biosphärengebiet ist ein einheitliches Beschilderungssystem entwickelt worden. Die ersten Umsetzungsschritte werden in Form von 69 Informationstafeln an den Wanderparkplätzen im Landkreis Esslingen durchgeführt. Diese beinhalten neben einer Wanderkarte, auch Informationen über die Kernzonen und das Biosphärengebiet insgesamt.

Informationen: Tel: 07381932938-10, www.biosphaerengebiet-alb.de
 
09.06.2010 10:03

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